Kultur/Geschichte - Dorfgeschichte - Die Nachkriegszeit

Die Nachkriegszeit

Die Verwaltung dessen, was von Deutschland und seinen Menschen geblieben war, übernahmen Militärregierungen, im Oberbergischen eine englische.

 

 

Die materielle Not nach 1945 war in jeder Hinsicht furchtbar. Die Lösung kam erst mit dem 20. Juni 1948, dem Tage, an dem eine Währungsreform durchgeführt wurde. Die kaufkraftlose Reichsmark wurde durch die kaufkraftstarke Deutsche Mark ersetzt.


 

 

 

Im August/September 1946 kamen die ersten Ostvertriebenen in den Gemeindebereich. Das brachte anfangs eine große Umstellung mit sich, denn die Unterschiede in Sprache, Lebensgewohnheiten und Geschichte waren erheblich. Doch das Zusammenleben in den Häusern wurde, von wenigen Ausnahmen abgesehen, vorbildlich gelöst und es kam tatsächlich zu einer neuen Gemeinschaft im Dorf und in den Höfen. Auch die Tatsache, dass ein Teil der „Neubürger“ zur katholischen Kirche gehörte, war kein grundlegendes Hindernis. Die Bereitschaft zur mitmenschlichen Hilfe und zur Achtung vor dem Andersgläubigen herrschte vor.


 

 

 

Vielen Familien wurde durch Nebenerwerbssiedlungen geholfen. Die Kleinlandwirtschaft war vor dem 2. Weltkrieg schon rückläufig. Jetzt nahm, nach einem kurzen Anstieg infolge der Notzeit, die Viehhaltung und Ackerwirtschaft erneut ab. In der aufblühenden Industrie gab es viele gute Arbeitsmöglichkeiten und stetig steigenden Lohn. Äcker und Wiesen, die nicht mehr in Gebrauch waren, wurden häufig aufgeforstet. Landwirtschaftliche Betriebe gibt es heute nur noch in Alferzhagen und in Seifen.


 

 

 

Immer mehr Menschen fanden nun einen Arbeitsplatz in neuen Industriezweigen, auch direkt vor Ort. In Marienhagen war es Karl Westermeier, der am 20. 3. 1959 einen ersten Betrieb zur Herstellung von Rollläden und Fensterrahmen aus Kunststoff begründete. Später entstand links von der Straße nach Wiehl auf der Höhe zwischen Dorf und Enselskamp ein Gewerbegebiet. 1970 eröffnete hier die Firma Sabo einen Armaturen-Service. Weitere mittelständische Unternehmen folgten.


 

Mittlerweile wurde eine erneute Erweiterung des Industriegebietes im Jahre 1999 in Angriff genommen. Zahlreiche weitere große Firmen siedelten sich in unserer Nachbarschaft an und heute bestimmen große Hallen das Bild auf der Höhe.

 

 

 

Die Bevölkerungszahl war seit langem schon angestiegen. Bereits vor dem 2. Weltkrieg errichtete die Firma Leopold Krawinkel aus Vollmerhausen auf der Höhe zwischen Alferzhagen und Kurtensiefen 15 Häuser, vornehmlich für kinderreiche Familien. Dieser Bereich wurde zwischen 1955 und 1970 ausgebaut durch Einzelbauherren, aber auch durch Siedlungsträger.


 

 

 

Bereits seit dem Jahre 1950 gibt es in Marienhagen ein Arztpraxis, die die medizinische Versorgung der Menschen im Ort und den umliegenden Dörfern gewährleistet.


 

 

 

Die Hauptverkehrsstraßen wurden ausgebaut. Marienhagen erhielt 1968 eine neue Hauptstrasse. Die Verbindung zwischen Marienhagen und Bomig wurde streckenweise als Landstraße ausgebaut, ebenso die Straße von Alferzhagen nach Niederseßmar.


 

In den 70er Jahren wurde die - nicht nur für unsere hiesige Wirtschaft äußerst wichtige - Autobahn A4 Köln - Olpe gebaut.

 

Sie führt am Gemeindebereich vorbei und ist seit dem 7.12.1976 in ihrer Gesamtlänge befahrbar.


 

 

 

Die veränderten Verhältnisse brachten es auch mit sich, dass die Wasserversorgung von Marienhagen/Pergenroth verbessert werden musste. Als im Jahre 1907 eine Genossenschaft zum Bau einer Wasserleitung für die beiden Orte begründet wurde, hatten die Gründungsväter eine Anlage geschaffen, die eigentlich bis in die 60er Jahre ausreichen sollte. Vermehrte Bautätigkeit und die Erhöhung des Lebensstandards führte jedoch zu einem gesteigerten Bedarf. Als dann durch den Ausbau der Autobahn ein Quellgebiet wegfiel, war der Anschluss an das Wasserwerk Wiehl nicht mehr aufzuhalten. Er erfolgte zum 1.11.1973; einige Zeit danach wurde der Versorgungsverband aufgelöst. Im Jahre 1978 baute man „Auf der Hütte“ (oberhalb von Alpermühle) ein Klärwerk für die Abwasserbeseitigung, so dass 1979 das Dorf Marienhagen voll kanalisiert werden konnte.


 

 

 

Im Zuge der Veränderungen schloss in der ersten Hälfte der 70er Jahre nicht nur die Postfiliale, sondern auch die Kleinläden in Marienhagen und den umliegenden Ortschaften, so dass heute nur noch ein einziger Lebensmittelmarkt im Dorf existiert. Hier kann man nicht nur alle Artikel des täglichen Bedarfs erwerben, auch als ein Ort der Kommunikation ist der Rewe-Markt der Familie Küper eine wichtige soziale Komponente für unser Dorf.


 

 

 

Ein ebenfalls bedeutender Teil der Infrastruktur des Ortes ist die Bäckerei Braun sowie die Gastwirtschaft „Zum Löwen“ am Dorfplatz. Ein Laden für Geschenkartikel und ein Friseursalon runden das Angebot ab.


 

 

 

Eine Zweigstelle der Sparkasse der Homburgischen Gemeinden ist jahrelang im Ort ansässig gewesen. Für die Einwohner

besteht heute noch die Möglichkeit, in der ehemaligen Filiale verschiedene Automaten für finanzielle Angelegenheiten zu nutzen.


 

 

 

Die Familien des Dorfes und der umliegenden Orte schätzen die Nähe zu Kindergarten und Grundschule.

 

 

 

Eine besondere Auszeichnung erhielt unser Dorf im Jahre 1971:


 

Aufgrund einer über mehrere Jahre hin laufenden Aktion vieler engagierter Bürger wurde Marienhagen im Jahre 1971 in dem Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ durch die Verleihung einer Bundesgoldplakette geehrt. Bis heute existiert der Heimat- und Verschönerungsverein Marienhagen-Pergenroth, dem dieser großartige Erfolg zu verdanken ist.

 

 

 

Die Neugestaltung unseres Dorfplatzes im Jahre 1994 gibt Anlass zur Hoffnung, in geraumer Zeit wieder einmal an die vergangenen Erfolge anknüpfen zu können.


 

 

 

Marienhagen ist schließlich das einzige Dorf im Stadtgebiet Wiehl, in dem der alte Ortskern mit seinen schmucken Fachwerkhäusern noch so geschlossen erhalten ist.